Seit Anfang des Jahres finden unter dem Hashtag #DIDit oder #DUTgemacht jeden ersten Sonntag im Monat regional organisierte Treffen statt, bei denen sich engagierte Freiwillige dafür einsetzen, PC-Nutzern beim Umstieg auf OpenSource Software zu helfen.

Warum ich dabei bin

Als Nutzer von OpenOffice, einer Variante des Textverarbeitungsprogramms LibreOffice, die kostenfrei über die Apache Software Foundation verfügbar ist, bin ich bereits mehrere Jahre mit Open Source Software vertraut. Das aktuelle politische Klima gab natürlich auch Anlass, erneut zu Prüfen, ob ein Umstieg jetzt sinnvoll wäre und die Antwort lautet: ja!

Insbesondere, da ich privat auf cloud-Lösungen umgestellt habe und nach wie vor Unbehagen dabei empfinde, persönliche und geschäftliche Daten ausschließlich Dritten anzuvertrauen, speichere ich noch immer alles lokal lokal auf meinen Computern und erstelle regelmäßige Backups.

Wie meine Umstellung ablief

Angefangen hat die Umstellung bei mir ganz unscheinbar mit einem Bootstick, auf dem sich das Betriebssystem Linux Ubuntu befand und den ich verwenden konnte, falls ich bei einer Ransomware-Attacke meinen Computer nicht mehr über Windows starten und so zumindest die Dateien auf der Festplatte noch retten könnte.

Anfang des Jahres habe ich mich dann entschieden, auf meinen alten Computer dauerhaft Linux-Mint zu installieren. Zum Glück hatte ich bereits seit Jahren immer wieder proprietäre Software (Software mit Lizenzgebern) durch offene Software ersetzt:

Den Start machte OpenOffice (Textverarbeitung), gefolgt von Thunderbird (E-Mails), GIMP (Bildbearbeitung) und Inkscape (Vektorgrafiken). Hier empfehle ich tatsächlich den Ansatz, die Programme im Voraus auf dem aktuellen Betriebssystem zu installieren, damit man sich bereits mit den Anwendungen vertraut machen kann.

Aktuell suche ich noch eine gute Software für die Buchhaltung, aber das ist ein anderes Thema, schauen Sie gerne mal in meinen Artikeln nach.

Vorteil: Kostenreduktion

Der erste Vorteil machte sich sofort bei Download der Software bemerkbar, da viele Programme aus der Open Source Community kostenfrei verfügbar sind. Doch auch kostenpflichtige Programme verfügen oft über ein wesentlich preisstabileres Lizenzmodell als die marktüblichen Alternativen.

Vorteil: Konstante Features

Einen weiteren Vorteil, den ich nach 20 Jahren OpenOffice bei jedem Update wieder feststelle: Nach zahllosen Updates sieht die Oberfläche immer noch aus wie 2006, die Buttons sind auch alle an der gleichen Stelle und auch die Funktionen werden nur erweitert, aber nicht entfernt oder verändert. Man spart sich also die ständige Suche nach den Funktionen, weil der Button graphisch „optimiert“ wurde, die Position sich geändert hat oder die Funktion umbenannt wurde.

Nachteil: Kompatibilität

Da viele kommerzielle Anbieter hauptsächlich Anwendungen für Microsoft und Apple entwickeln, ergeben sich Probleme bei der Umstellung. Dieser Nachteil kann nur teilweise ausgeglichen werden, z.B. durch WINE. Besonders im geschäftlichen Bereich sollten die Prozesse daher frühzeitig angepasst werden und früh auf kompatible Formate umstellen.

Vorteil: Unabhängigkeit

Da Open Source bedeutet, dass Programmcodes einsehbar sind, kann man Software nachbauen und individuell anpassen. Somit ist man nicht von einem spezifischen Anbieter abhängig. Da die Community vom Gedanken der Kooperation getragen wird, gibt es unter den zahllosen Anwendungen oft gemeinsame Standards, die eine Kompatibilität gewährleisten. So kann eine Datei aus OpenOffice auch mit LibreOffice geöffnet werden und umgekehrt.

Fazit

Am Ende hatte ich bei der Umstellung meiner Software Höhen und Tiefen. Alles in allem bin ich aber zufrieden und hoffe, dass der Artikel auch Sie zum Nachdenken anregt. Ich weiß natürlich, dass die Frage nach dem Betriebssystem genauso streitbar ist wie die Frage nach der richtigen Cola-Marke, aber vielleicht haben Sie einen alten Rechner und probieren einfach etwas neues aus.

Bild: LeoBlanchette, CC0, Wikimedia

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